Ratgeber · Mieterhöhung

Mieterhöhung durchsetzen

Lesezeit ca. 6 Min.Stand: Juli 2026
Kurz beantwortet

Eine Mieterhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete ist möglich, wenn die Miete seit 15 Monaten unverändert ist. Sie darf in 3 Jahren höchstens 20 % steigen (in angespannten Märkten 15 %), muss in Textform mit Begründung erfolgen (§ 558a BGB) und der Mieter hat eine Überlegungsfrist bis zum Ende des übernächsten Monats (§ 558b BGB).

Wann darfst du die Miete erhöhen?

Für die reguläre Mieterhöhung zur ortsüblichen Vergleichsmiete (§ 558 BGB) müssen zwei Fristen stimmen:

Wichtig: Das gilt für die Vergleichsmieten-Erhöhung. Staffel- und Indexmiete haben eigene Regeln (§§ 557a, 557b BGB) — dort ist dieser Weg gesperrt.

Wie hoch darf die Erhöhung sein? (Kappungsgrenze)

Zwei Grenzen gelten gleichzeitig — die niedrigere gewinnt:

WohnungsmarktMax. Erhöhung in 3 Jahren
Regulär20 %
Angespannter Markt (per Landesverordnung ausgewiesen)15 %

Wie musst du die Erhöhung begründen?

Das Erhöhungsverlangen muss in Textform erfolgen und ist zwingend zu begründen (§ 558a BGB). Zulässige Begründungsmittel:

Bei mehreren Mietern muss das Schreiben an alle gerichtet sein — sonst ist es unwirksam.

Welche Fristen gelten für den Mieter?

Der Mieter muss der Erhöhung zustimmen. Dafür hat er eine Überlegungsfrist bis zum Ablauf des zweiten Kalendermonats nach Zugang (§ 558b Abs. 1 BGB). Stimmt er zu, gilt die höhere Miete ab Beginn des dritten Monats nach Zugang.

BeispielZugang des Schreibens im März → Zustimmungsfrist bis Ende Mai → neue Miete ab dem 1. Juni.

Was, wenn der Mieter nicht zustimmt?

Verweigert der Mieter die Zustimmung, kannst du innerhalb von drei weiteren Monaten nach Ablauf der Überlegungsfrist Klage auf Zustimmung erheben (§ 558b Abs. 2 BGB). Ist die Erhöhung berechtigt, ersetzt das Gericht die Zustimmung.

Häufige Fehler, die die Erhöhung kippen

Häufige Fragen

Wie oft darf ich die Miete erhöhen?
Das Erhöhungsverlangen frühestens 12 Monate nach der letzten Erhöhung; beim Wirksamwerden muss die Miete 15 Monate unverändert gewesen sein. Zusätzlich gilt die Kappungsgrenze von 20 % (bzw. 15 %) in drei Jahren.
Was ist die Kappungsgrenze?
Die Kappungsgrenze begrenzt die Mieterhöhung auf höchstens 20 % innerhalb von drei Jahren; in angespannten Wohnungsmärkten sind es per Landesverordnung nur 15 % (§ 558 Abs. 3 BGB).
Reicht eine formlose Mitteilung an den Mieter?
Nein. Das Erhöhungsverlangen muss in Textform erfolgen und begründet sein — z. B. mit Mietspiegel, Gutachten oder drei Vergleichswohnungen (§ 558a BGB). Ohne Begründung ist es unwirksam.
Ab wann muss der Mieter die höhere Miete zahlen?
Bei Zustimmung ab Beginn des dritten Kalendermonats nach Zugang des Schreibens. Der Mieter hat bis zum Ende des zweiten Monats Zeit, zuzustimmen (§ 558b BGB).

Fristen und Schreiben im Griff

mietvio behält Mieten, Fristen und Schreiben pro Objekt im Blick — damit du Sperrfristen und Kappungsgrenze nie aus Versehen reißt.

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Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick nach dem Rechtsstand Juli 2026 und ersetzt keine Rechtsberatung. Für den Einzelfall — insbesondere bei vertraglichen Sondervereinbarungen — wende dich an eine Rechtsanwältin oder einen Mieterverein bzw. Vermieterverband.